Hallo und guten Tag Frau mofa!

Mit welcher Motivation ist mofa angefangen? Geschäftsführerin

M.S.: Die Motivation zur Gründung der mofa lag vor allen Dingen in dem Verständnis von „anderer" Behindertenarbeit. Enthospitalisierung war das Schlagwort der achtziger Jahre. Behinderte Menschen sollten außerhalb von großen Einrichtungen ambulant versorgt werden. Ambulante Betreuung, wie wir sie erbrachten, war damals eher die Ausnahme. Ziel war den betreuten Menschen ein möglichst eigenständiges Leben zu ermöglichen.

Wie hat sich die Arbeit der mofa weiterentwickelt?

M.S.: Alter und Behinderung liegen nicht weit auseinander. Dadurch wurde die ambulante Altenbetreuung ein weiterer Schwerpunkt unseres Vereins. Später kam auch die Betreuung und Unterstützung von Menschen mit besonderem Hilfebedarf (Sucht, Demenz, Vereinsamung) hinzu. Insgesamt wurde das Angebot im Laufe der Zeit zusehends erweitert und ausdifferenziert.

Welche Veränderungen haben den Verein weiter geprägt?

M.S.: Gegenüber den Anfängen hat sich die Struktur der Hilfen ziemlich verändert. Auf Grund der politischen und sozialrechtlichen Rahmenbedingungen musste der Verein neue Wege gehen. Bis 1996 waren alle MitarbeiterInnen Mitglieder des Vereins und selbstständig tätig. Das Büro diente ihnen als Vermittler und Berater. Heute gibt es unterschiedliche Abteilungen in denen fest angestellte MitarbeiterInnen unterschiedlicher Berufe arbeiten.

Was hat sich durch die Pflegeversicherung verändert?

M.S.: Durch Einführung der Pflegeversicherung musste die mofa einen Pflegedienst nach den gesetzlichen Vorgaben einrichten, um anerkannt zu werden. Seitdem gibt es drei Abteilungen: den Mobilen Sozialen Dienst (MSD), den Pflegedienst und die ambulante Betreuung und Beratung.

Stichwort „Bezugspflege", was steckt dahinter?

M.S.: Ein Mitarbeiter ist für die gesamte Betreuung zuständig. Er ist Ansprechpartner der Betreuten, Angehörigen, Kollegen, Einsatzleitungen, Ärzte usw. Grundlage der Bezugspflege ist der Sympathiefaktor. Natürlich fahren wir abends und an den Wochenenden auch Touren wie andere Dienste.

Ein Schwerpunkt von mofa ist die Betreuung Suchtkranker.

M.S.: Die hatten wir vereinzelt schon Geschäftsführerinimmer. Diese Menschen sind in der Regel tabletten- und alkohol-abhängig. Seit sechs Jahren kümmern wir uns verstärkt um sie. Seitdem machen wir auch regelmäßige Fortbildungen und Fallgespräche zur Entlastung und Weiterentwicklung der MitarbeiterInnen.

Das heißt, die mofa - Kunden sind im Schnitt auch jünger?

M.S.: Das ist ein Unterschied zu anderen Diensten. Ein Drittel der mofa -Kunden sind unter 60 Jahre. Für einen ambulanten Pflegedienst ist das ungewöhnlich viel. Diese Kunden werden stundenweise vom Mobilen Sozialen Dienst betreut, zusätzlich gibt es je nach Pflegebedürftigkeit Leistungen, die die Pflege- und Krankenkasse übernimmt.

Wie kommen die Kunden zur mofa?

M.S.: Über Mund-zu-Mund-Propaganda. Kunden empfehlen uns weiter. Wir arbeiten mit Ärzten, Krankenhäusern, mit den Dienstleistungszentren und dem Sozialpsychiatrischen Dienst der Stadt Bielefeld zusammen. Außerdem kooperieren wir mit den gesetzlichen Betreuern.

Was zeichnet mofa aus?

M.S.: Wir verstehen uns als Unterstützer und Berater. Eine Grundvoraussetzung für uns ist, dass die Menschen zusammen passen, die wir zusammenbringen. Und wir betreuen Menschen über einen sehr langen Zeitraum. Das liegt an unserer besonderen Struktur. Eine Frau betreuen wir seit 1989 bei uns. Die gehört schon fast zur „Familie".


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